Ein Terrassendach oder eine Pergola löst das Problem von oben. Seitlich bleibt die Konstruktion offen — und genau dort kommt das Wetter an: Schlagregen bei Westwind, Zugluft am Abend, tief stehende Sonne im Frühjahr und Herbst. Wer die Terrasse länger als von Juni bis August nutzen will, schließt früher oder später mindestens eine Seite. Dieser Artikel vergleicht die vier gängigen Wege und zeigt, was vor der Bestellung gemessen werden muss.

Was die Seitenlösung leisten soll

Die vier Lösungen unterscheiden sich vor allem darin, welche dieser Anforderungen sie abdecken:

  • Windschutz — die häufigste Motivation, besonders an freistehenden Pergolen
  • Regenschutz von der Seite — verlangt geschlossenes Material, kein Gewebe
  • Sichtschutz zum Nachbarn, ohne die Terrasse zu verdunkeln
  • Flexibilität — soll die Seite im Sommer wieder ganz offen sein?
  • Insektenschutz an den Kanten

Kaum eine Lösung erfüllt alles zugleich. Die Reihenfolge Ihrer Prioritäten entscheidet, welche der vier passt.

Die vier Lösungen im Vergleich

1. Festverglasung (Glasschiebewände oder feste Elemente)

Glaselemente zwischen den Pfosten machen aus der Pergola einen ganzjährig geschützten Raum. Wind und Regen sind vollständig draußen, die Sicht bleibt frei.

  • Stärken: kompletter Wetterschutz, keine Verschleißteile im Stoffsinn, wertige Anmutung.
  • Schwächen: höchster Preis pro laufendem Meter, Montage fast immer durch den Fachbetrieb, keine Belüftung bei festen Elementen, im Sommer Hitzestau möglich. Je nach Bundesland kann eine geschlossene Verglasung die Konstruktion baurechtlich zum „Wintergarten" machen — vorher bei der Gemeinde nachfragen.
  • Preisgefühl: mehrere hundert Euro pro laufendem Meter, mit Montage schnell vierstellig pro Seite — die mit Abstand teuerste der vier Lösungen.

2. PVC-Softvorhang (transparente Planen mit Reißverschluss oder Ösen)

Flexible Vorhänge aus transparentem PVC, die an einer Schiene oder mit Klemmprofilen befestigt werden und sich zur Seite raffen oder abnehmen lassen.

  • Stärken: niedrigster Einstiegspreis, Regenschutz von der Seite, Eigenmontage gut machbar, im Sommer komplett demontierbar.
  • Schwächen: PVC-Folie verkratzt und vergilbt mit den Jahren, bei Kälte wird das Material steif, bei Wind flattern und schlagen ungespannte Bahnen. Optisch eher Nutz- als Wohncharakter.
  • Preisgefühl: ab dem unteren dreistelligen Bereich pro Seite; die günstigste Sofortlösung, aber mit begrenzter Lebensdauer.

3. Fester Screen (straff montiertes Gewebe ohne Wickelwelle)

Technisches Gewebe wird dauerhaft gespannt zwischen die Pfosten gesetzt — als Fixscreen-Rahmen oder mit Kederschienen.

  • Stärken: guter Wind- und Sichtschutz bei erhaltener Luftzirkulation (das Gewebe lässt je nach Öffnungsfaktor 1–5 % Luft durch und baut dadurch weniger Winddruck auf), ruhiges, modernes Bild, keine Mechanik, die verschleißt.
  • Schwächen: die Seite ist dauerhaft zu — kein Öffnen an schönen Tagen. Gewebe hält Schlagregen nur teilweise ab. Für Durchgänge braucht es eine Tür- oder Rahmenlösung.
  • Preisgefühl: mittlerer Bereich; deutlich unter Glas, über dem PVC-Vorhang.

4. Zip-geführtes Senkrechtrollo (textiler Rollladen mit Führungsschienen)

Ein Senkrechtrollo, dessen Stoffkanten über einen angeschweißten Reißverschluss formschlüssig in Aluminium-Seitenschienen laufen. Wie diese Führung mechanisch funktioniert, steht im Detail unter Was ist ein Zip-Track-Rollo.

  • Stärken: die einzige der vier Lösungen, die beides kann — bei Bedarf geschlossene Seite, auf Knopfdruck wieder komplett offene Pergola. Der Stoff liegt seitlich spaltfrei an: kein Flattern, kein Insektendurchlass an den Kanten. Mit geschlossenem Stoff auch als Regenschutz nutzbar, mit Gewebe als wind- und blickdurchlässiger Screen. Elektrisch mit Funk oder Smart-Home-Anbindung steuerbar.
  • Schwächen: höherer Preis als Vorhang und Fixscreen, und die Montage verlangt Genauigkeit — die Schienen müssen parallel und lotrecht sitzen, sonst klemmt der Behang. Bei sehr breiten Feldern wird geteilt oder per Spedition geliefert.
  • Preisgefühl: pro Feld typischerweise im mittleren bis oberen dreistelligen Bereich, elektrisch konfiguriert auch darüber — abhängig von Maß, Stoff und Antrieb.

Vergleich auf einen Blick

Festverglasung PVC-Vorhang Fester Screen Zip-Rollo
Windschutz vollständig mäßig (flattert) gut gut
Seitlicher Regenschutz vollständig gut teilweise gut (geschlossener Stoff)
Wieder zu öffnen nur Schiebeanlagen abnehmen/raffen nein jederzeit, motorisiert
Luftzirkulation nein kaum ja wählbar (Stoffart)
Eigenmontage kaum ja bedingt bedingt (Maßgenauigkeit)
Lebensdauer-Erwartung sehr hoch begrenzt hoch hoch
Relative Kosten am höchsten am niedrigsten mittel mittel bis gehoben

Vor der Bestellung: drei Messpunkte, die über Erfolg entscheiden

Alle vier Lösungen werden nach Maß gefertigt oder zugeschnitten. Drei Punkte entscheiden, ob das Ergebnis passt — ausführlich mit Skizzen in unserer Messanleitung:

  1. Breite an drei Punkten messen. Lichte Breite zwischen den Pfosten oben, in der Mitte und unten messen. Pfosten stehen selten exakt parallel; maßgeblich ist bei Führungsschienen das kleinste der drei Maße. Weichen die Werte um mehr als etwa 5 mm voneinander ab, gehört das ins Anfrageformular — der Anbieter muss es beim Konfektionsmaß berücksichtigen.
  2. Lot der Pfosten prüfen. Wasserwaage oder Lot-App an beide Pfosten, in beiden Richtungen. Ein Pfosten, der oben 15 mm weiter innen steht als unten, macht aus einem Rechteck ein Trapez — Führungsschienen lassen sich mit Distanzstücken ausgleichen, aber nur, wenn die Abweichung vorher bekannt ist.
  3. Montagefläche für die Schienen bewerten. Woran werden Kasten und Schienen befestigt — Aluminiumprofil, Holzbalken, Stahl, Mauerwerk? Wie tief ist die nutzbare Auflagefläche, und laufen dort Kabel oder Entwässerung? Bei Holzpfosten zählt der Zustand (Risse, Verwitterung), bei Aluminium-Pergolen die Frage, ob der Hersteller Schraubkanäle vorgesehen hat. Ein Foto der Montagesituation ersetzt in der Anfrage viele Rückfragen.

Elektrisch oder manuell?

Beim Zip-Rollo stellt sich als einziger der vier Lösungen die Antriebsfrage:

  • Manuell (Kurbel) ist günstiger, braucht keinen Stromanschluss und bleibt bei Stromausfall bedienbar. Sinnvoll bei einzelnen, kleineren Feldern und überall dort, wo keine Leitung liegt.
  • Elektrisch (Rohrmotor) spielt seine Stärke bei mehreren Feldern und großen Flächen aus: alle Seiten fahren auf Knopfdruck oder per Zeitschaltung, und — der praktisch wichtigste Punkt — ein Windsensor kann den Behang automatisch einfahren, wenn Sie nicht zu Hause sind. Bei freistehenden Pergolen ist das die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Windschäden.

Faustregel: ein Feld ohne Stromanschluss → Kurbel; mehrere Felder oder exponierte Lage → Motor plus Windsensor. Die Mechanik ist auf Dauerbetrieb ausgelegt — unser Führungssystem ist mit über 60.000 Öffnungs- und Schließzyklen getestet, das entspricht bei zweimal täglicher Nutzung rechnerisch mehreren Jahrzehnten.

Windangaben richtig lesen

Bei Screens und Rollos begegnen Ihnen drei Arten von Windangaben, die nicht dasselbe bedeuten:

  • Windklasse nach EN 13561 — genormtes Prüfverfahren mit definiertem Prüfdruck; Klasse 3 (110 N/m², also 110 Pa) ist das Maximum der Norm.
  • Beaufort-Angaben („bis Stufe 8/10") — eine Windgeschwindigkeits-Beschreibung des Herstellers, kein Prüfverfahren.
  • Prüfdruck-Angaben in Pascal — Laborwerte zur Belastbarkeit einzelner Komponenten.

Zur Einordnung der Größenordnungen: Unser Stoff-Führungs-Verbund ist im Test mit über 1.200 Pa Druck belastet worden — das Zehnfache des Nennprüfdrucks der höchsten EN-Klasse. Solche Komponentenwerte zeigen die Reserven des Systems, ersetzen aber keine Klassifizierung der Gesamtanlage; eine EN-13561-Windklasse weisen wir erst aus, wenn die zugehörige Prüfdokumentation vorliegt. Wie Sie die verschiedenen Zahlen vergleichen und welche Fragen Sie jedem Anbieter stellen sollten, steht ausführlich im Artikel Windstabilität bei Außenrollos. Für Feuerstellen, Heizstrahler und gewerbliche Nutzung relevant: Für unsere Systeme sind Gewebe mit geprüftem Brandverhalten nach B1 bzw. NFPA 701 verfügbar.

Häufige Fragen

Muss ich alle Seiten schließen? Nein — meist genügen die Wetterseite (in Deutschland überwiegend West/Südwest) und die Sichtschutzseite. Eine offene Seite verbessert die Belüftung.

Kann ich Lösungen kombinieren? Ja, das ist der häufigste Weg: Festverglasung oder Fixscreen auf der Wetterseite, Zip-Rollo dort, wo Flexibilität zählt.

Geht ein Zip-Rollo auch an einer Holz-Pergola? Ja, sofern die Pfosten tragfähig, ausreichend tief und annähernd im Lot sind. Holz arbeitet — deshalb Zustand prüfen und großzügige Schraubenlängen einplanen.

Vom Maß zum Richtpreis in zwei Minuten

Wenn Sie Breite und Höhe Ihrer Felder gemessen haben, geben Sie die Werte mit der gewünschten Antriebsart in den Preisrechner ein — Sie erhalten sofort eine Preisspanne für Ihre Konfiguration. Für mehrere Felder, Sondermaße oder Fragen zur Montagefläche schicken Sie uns Maße und ein Foto der Pergola über das Anfrageformular; wir antworten mit einem konkreten Vorschlag inklusive Befestigungsempfehlung.